Kontakt

Trägerverein der KITA Spatzennest e.V.

1) Vorwort


Liebe Leserin, lieber Leser!
In dieser Konzeption haben wir alle wesentlichen Informationen über unsere pädagogische Arbeit zusammengestellt.

Die pädagogische Arbeit unserer drei Gruppen (Krippe, Wald, Kindergarten) basiert auf dieser gemeinsam erstellten Konzeption.
Sie veranschaulicht, wie sich das Miteinander in unserer Kindertagesstätte gestaltet, indem sie
Gedanken aufzeigt, die hinter unserer Arbeit stehen, Ziele nennt, die wir verfolgen, pädagogische Ansätze und Werte verdeutlicht, die uns im erzieherischen Umgang wichtig sind sowie deren Umsetzung darstellt.

2) Der gesetzliche Auftrag der Kindertagesstätte


Die Kindertagestätte ist eine Einrichtung im vorschulischen Bereich nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz. Sie dient der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern vom 1. Lebensjahr bis zur Einschulung.
Der gesetzliche Auftrag ist verankert im „Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder in Niedersachsen“
Der § 2 (1) regelt diese wesentlichen Aufgaben:
Die Kinder in ihrer Persönlichkeit stärken,
Sie in sozial verantwortliches Handeln einführen,
Ihnen Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, die eine eigenständige Lebensbewältigung im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten des einzelnen Kindes fördern,
Die Erlebnisfähigkeit, Kreativität und Phantasie fördern,
Den natürlichen Wissensdrang und die Freude am Leben pflegen,

      Die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit leiten wir ab vom Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder

      3) Das sind wir


      Unser Team besteht aus:

      der Leiterin unserer Kindertagesstätte:
      Gerhild Schaper

      dem Team der Krippengruppe (Zimmerzwerge):
      Jessica Klaproth
      Karin Grothey
      Ida Jung

      dem Team der Waldgruppe (Waldwichtel):
      Eva Baschin-Rossol
      Fabienne Schridde

      dem Team der Kindergartengruppe (Regenbogenbären):
      Manuela Blumenhagen
      Waltraud Matschos

      Reinigungskraft:
      Ilona Baschin


      Wir freuen uns auf eine
      partnerschaftliche Zusammenarbeit.

      4) Die Entstehungsgeschichte


      Aus den drei Einrichtungen wurde 2014 die
      Kindertagesstätte Spatzennest

      5) Ziele und Inhalte unserer
      pädagogischen Arbeit



      Ich mag Dich so, wie Du bist.
      Ich vertraue auf Deine Fähigkeiten.
      Wenn Du mich brauchst, bin ich Da.
      Versuch‘ es zunächst einmal selbst.

      Maria Montessori


      Ein uns wichtiger Leitgedanke für unsere pädagogische Arbeit ist, dass ALLE Kinder willkommen sind.
      Unser Ziel ist es, zusammen mit den Bezugspersonen der Kinder eine solide Grundlage für die gesamte Entwicklung zu schaffen, denn gerade in der Kindheit wird dafür das Fundament gelegt.
      Wir verstehen das Kind als Akteur seiner eigenen Entwicklung und nehmen es darin ernst:
      In den ersten Lebensjahren ist die Ganzheitlichkeit des Kindes von besonderer Bedeutung: Denken, Fühlen und Handeln stehen in einem engen Zusammenhang; sie beziehen sich aufeinander und beeinflussen sich gegenseitig.
      Das Kind nimmt seine Umwelt ganzheitlich wahr – im Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Riechen. Es erlebt und handelt auf vielseitige Art und Weise.
      Das Kind als Gesamtpersönlichkeit, in seiner Vielfalt und Einzigartigkeit, steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Dazu gehört es, die Interessen und Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes wahrzunehmen und ihm in seiner Entwicklung sein eigenes Tempo zu gestatten.


      Kinder sind neugierige, aktive, selbständige Menschen,
      Die durch eigene Erfahrungen und Tätigkeiten lernen,
      Schwierigkeiten zu meistern und Unabhängigkeit und Selbstvertrauen gewinnen.


      Wir geben den Kindern in einem strukturierten Tagesablauf den nötigen Raum um neugierig zu sein und zu bleiben. Die Neugierde ist der entscheidende Antrieb um sich neue Fähigkeiten, Wissen oder Fertigkeiten anzueignen.
      Durch vielfältige Erfahrungen können eigene Fähigkeiten erworben und weiterentwickelt werden.
      Das Kind erhält die Zeit die es benötigt um auch schwierige Dinge zu Ende zu führen.



      Wichtiger als das Produkt,
      welches ein Kind stolz mit nach Hause bringt,
      ist der Weg, wie es entstanden ist
      und die Erfahrungen, die das Kind dabei gesammelt hat.



      Das Kind hat die Möglichkeit, sich seinen Tag im Kindergarten weitgehend selbständig zu organisieren und auszufüllen und nicht immer von Anweisungen geleitet oder Vorschlägen abhängig zu sein.
      Wir bieten dem Kind an, eigene Standpunkte zu entwickeln und zu verwirklichen.
      Dazu gehört auch „Nein“ sagen zu können und zu dürfen.
      Das Kind hat die Chance, Meinungsverschiedenheiten mit anderen Kindern oder Erwachsenen selbständig regeln zu lernen, die Regeln des Zusammenlebens in der Gruppe mit zu gestalten, einzuhalten und auch anzuwenden.



      Das Kind nimmt an Wissen und Fähigkeiten nur dann zu,
      wenn es experimentieren und ausprobieren kann.



      Grundvoraussetzung für eine positive Entfaltung der Kinder ist, dass sie sich in der Kindertagesstätte wohl fühlen.


      Ein Wunsch von Astrid Lindgren ist:
      „Kinder sollen mehr spielen,
      als viele Kinder es heutzutage tun.
      Denn wenn man genügend spielt,
      solange man klein ist,
      dann trägt man Schätze mit sich herum,
      aus denen man später schöpfen kann“.


      6) Unsere Kindertagesstätte


      Unsere Kindertagesstätte befindet sich in einem dörflichen Umfeld, umgeben von Wäldern, Feldern und Wiesen.
      Sie setzt sich zusammen aus:
      einer Krippengruppe, den Zimmerzwergen
      einer Waldgruppe, den Waldwichteln und
      einer Kindergartengruppe, den Regenbogenbären
      .

      6.1 Teamarbeit
      Entscheidend für unser Team ist die gute Zusammenarbeit.
      Eine offene und lebendige Teamarbeit wirkt sich positiv auf das Zusammenleben und den Umgang mit den Kindern aus.
      Die Teammitglieder ergänzen sich durch unterschiedliche Stärken und Erfahrungen und arbeiten gemeinsam an den vereinbarten Zielen.
      Wöchentlich finden Teambesprechungen in den einzelnen Gruppen statt.
      Es werden regelmäßig Dienstbesprechungen mit allen Mitarbeiterinnen durchgeführt, bei denen die pädagogische Arbeit reflektiert und besprochen wird. Gruppenspezifische, konzeptionelle sowie organisatorische Fragen werden ebenfalls erörtert und bearbeitet.

      6.2 Qualitätssicherung und Entwicklung
      Wie bereits beschrieben, leiten wir unsere grundlegenden Handlungs- und Qualitätsziele aus den gesetzlichen Vorgaben ab. Darin wird sowohl das Recht auf Förderung der Entwicklung und das Recht auf Erziehung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit als auch der Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsauftrag für die Kindertagesstätte deutlich.
      Unsere Qualitätsziele ziehen sich durch unsere gesamte Konzeption und finden ihren Kern in den beschriebenen Bildungsbereichen.
      Unsere pädagogische Zielsetzung und deren Überprüfung verstehen wir als einen fortlaufenden Prozess. Dieser Prozess bedeutet die Weiterentwicklung unserer pädagogischen Praxis als auch zeitgleich die Weiterentwicklung unseres Teams.
      Dieser Prozess wird vor allem durch die nachstehenden Maßnahmen unterstützt und begleitet:
      Teilnahme an diversen Arbeitskreisen, Fortbildungen, Teamfortbildungen, Langzeitfortbildungen, enge und kontinuierliche Zusammenarbeit mit der Fachberatung für Kindertagesstätten, regelmäßige Besuche von Bildungskongressen, Lektüre, Recherche und aktive Auseinandersetzung mit Fachzeitschriften, Fachbüchern und Medien.
      Die regelmäßige Fortschreibung unserer pädagogischen Konzeption erlaubt uns, die beschriebenen Qualitätsziele und die damit verbundene Teamentwicklung zu evaluieren. Durch diese Auseinandersetzung werden wir als Team in die Lage versetzt auf der Grundlage unserer Konzeption bei Bedarf notwendige Veränderungsprozesse innerhalb unserer Kindertagesstätte zu initiieren.

      7) Unsere Gruppen


      7.1 Krippe
      Unsere Krippengruppe, die Zimmerzwerge, können 15 Kinder im Altern von 1-3 Jahren besuchen.
      Die Kernöffnungszeit ist von 8:00-12:00 Uhr, zusätzlich bieten wir Sonderöffnungszeiten von 7:30-8:00 Uhr und 12:00-13:00 an.
      Die Betreuung übernehmen zwei Erzieherinnen und eine Sozialassistentin.
      Uns stehen ein Gruppenraum mit altersgerechter Einrichtung, ein Schlafraum, ein Waschraum mit integriertem Wickeltisch, eine Garderobe und ein großzügiges Außengelände zur Verfügung.
      Den Bewegungsraum der Einrichtung nutzen wir abwechselnd mit der Kindergartengruppe, ebenso die Küche für die Frühstücksvorbereitung.

      7.1.1 Tagesablauf Krippengruppe
      7:30-9:00 Uhr Ankommen in der Gruppe
      Freispiel
      (Bastelangebot) gezieltes/angeleitetes Angebot
      9:00 Uhr Trinkpause und Morgenkreis
      9:15-10:00 Uhr Freispiel
      10:00 Uhr gemeinsames Frühstück
      10:30-12:00 Uhr Freispiel (Gruppenraum, Außengelände oder Bewegungsraum)
      Wickeln aller Kinder
      gemeinsames Aufräumen
      12:00-13:00 Uhr Abholphase mit Freispiel

      Einmal wöchentlich gehen wir gemeinsam von 8:00-10:00 Uhr in die Turnhalle der Grundschule Düderode, danach gestaltet sich der Tagesablauf wie gewohnt.

      7.1.2 Eingewöhnung
      Mit dem Eintritt in die Krippe beginnt für Kinder und Eltern ein völlig neuer, spannender und manchmal auch unsicher machender Lebensabschnitt. Damit ihr Kind in unserer Krippe ankommen kann, sich wohl fühlt und neue Erfahrungen machen kann, ist eine sanfte Eingewöhnung von großer Bedeutung.
      Wir gestalten die Eingewöhnung in Anlehnung an das „Berliner Modell“. Das bedeutet, dass wir jedem Kind die Zeit, die es braucht bei uns anzukommen und Vertrauen zu den pädagogischen Fachkräften zu entwickeln, individuell geben.
      Das „Berliner Modell“ sieht eine behutsame und schrittweise Eingewöhnung der Kinder vor. Hierbei beachten wir auch die Vorerfahrungen des einzelnen Kindes, denn auch diese können sehr verschieden sein. Ein Kind kennt die Gruppensituation mit anderen Kindern z.B. durch Krabbelgruppen schon, für ein anderes ist die Erfahrung, sich mitten in einer Kindergruppe zu bewegen etwas völlig Neues.
      Jedes Kind hat sein individuelles Tempo, sich auf die neue Situation einzulassen und diese Individualität gestehen wir jedem Kind zu. Es gibt bei der Eingewöhnung keinen festen Zeitplan, manche Kinder sind nach zwei Wochen in der Gruppe angekommen, bei anderen kann dies auch deutlich länger dauern. Dies ist unabhängig vom Alter der Kinder, sondern beruht eher auf der Entwicklungsphase, in der sich das Kind gerade befindet.
      Unsere Erfahrung zeigt, dass, wenn die Eingewöhnung sanft und schrittweise erfolgt ist, die spätere Krippenzeit ohne großen Trennungsschmerz von den Kindern gemeistert werden kann.

      7.1.3 Dokumentation und Beobachtung
      Der Alltag der Krippengruppe bietet die Möglichkeit zu vielfältigen Beobachtungen der Kinder. Aus diesen Beobachtungen entwickeln die pädagogischen Fachkräfte Angebote und schaffen Anreize für die Kindern, zu lernen und sich weiterzuentwickeln.
      Wir besprechen unsere Beobachtungen in Krippenteam regelmäßig, denn jeder nimmt Situationen anders wahr und die Kinder reagieren auf die pädagogischen Fachkräfte auf unterschiedliche, vielfältige Weise.
      Zur gezielten Dokumentation wenden wir die „Entwicklungstabelle nach Kuno Beller“ an, die es uns ermöglicht, verschiedene Entwicklungsbereiche der Kinder getrennt voneinander zu beobachten, zu dokumentieren und auf die Ergebnisse zeitnah zu reagieren.
      Für eine schnelle Übersicht im Krippenalltag nutzen wir auch die „Entwicklungsdokumentation nach Emmi Pikler“.
      In ihrer Krippenzeit machen Kinder viele kleine Entwicklungsschritte, die wir mit Hilfe der Erziehungspartner in den Portfolios der Kinder festhalten. Jedes Kind hat einen eigenen Ordner (Portfolio) in der Gruppe, in denen pädagogischen Fachkräfte, die Erziehungspartner und natürlich die Kinder die großen und kleinen Entwicklungsschritte auf vielfältige Weise dokumentieren.

      7.1.4 Bildungsbereiche in der Krippe
      Wahrnehmung
      Wahrnehmung ist die zentrale Bildungsaufgabe im Krippenbereich. Sie ist ein Verarbeitungsprozess von Sinneseindrücken zu Erfahrungen und Wissen. An diesem Prozess sind Körper, Gefühle, Entwicklung und Denken beteiligt.
      Wahrnehmung ist die Voraussetzung für alle folgenden Bildungsbereiche.
      Wir fördern die Wahrnehmung durch geeignetes und vielfältiges Materialangebot, vor allem aber durch die Zeit und den Raum, den wir den Kindern für ihre Erfahrungen geben.
      Hier finden z.B. Angebote mit Wasser, Schaum, Fingerfarbe, Creme, Sand etc. statt.
      Emotionale Entwicklung
      Die emotionale Entwicklung beinhaltet den Umgang mit den eigenen Emotionen und denen anderer Menschen. Die Erfahrung von Mitgefühl und Verständnis ist damit Grundlage für die Entwicklung von Empathie und sozial angemessenen Verhalten. Nur wer selber Mitgefühl erfährt, fühlt auch mit anderen mit.
      Wir fördern die emotionale Entwicklung in dem wir Emotionen der Kinder widerspiegeln und benennen, auf Emotionen von anderen hinweisen und erklären (z.B. wieso ein Kind gerade wütend oder traurig ist) und Emotionen zulassen und respektieren.
      Wir geben den Kindern ehrliches Lob und Anerkennung und gehen unserer Vorbildfunktion nach, indem wir eigene Emotionen zulassen und benennen.
      Um das gemeinsame Wir-Gefühl zu stärken, führen wir den Morgenkreis, das Frühstück und andere Angebote gemeinsam als Gruppe durch.
      Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und die Freude am Lernen
      Kognitive Fähigkeiten sind die Voraussetzung dafür, dass Kinder ihre (Um-)Welt mit Personen und Objekten lernen zu erkennen, zu ordnen, zu strukturieren, sich damit auseinanderzusetzen und entsprechend zu handeln.
      Wir bieten den Kindern einen festen Rahmen und uns als feste, verlässliche Bezugspersonen an. In diesem Rahmen können sie für sich selbst wichtige Strukturen entdecken z.B. bieten wir interessenorientiertes Material an wie Dinge zum Sortieren und Stapeln, zum Ein- und Auswickeln.
      Auch im Alltag gibt es immer wieder die Möglichkeit für die Kinder selbst ihre Umwelt zu strukturieren z.B. beim gemeinsamen Aufräumen wo jedes Teil seinen bestimmten Platz in der Gruppe findet.
      Körper, Bewegung und Gesundheit
      Bewegung ist die Voraussetzung für Bildung: genauso wie Essen, Trinken und Schlafen ist Bewegung ein Grundbedürfnis jedes einzelnen Kindes und damit Voraussetzung für die körperliche, geistige und seelische Entwicklung eines Kindes und für sein gesundes Aufwachsen.
      Voraussetzung für die körperliche Entwicklung und Gesundheit ist aber nicht nur die ausreichende Bewegung, sondern auch eine ausgewogene Ernährung und ein angemessenes Maß an Hygiene.
      Wir schaffen den Kindern im Krippenalltag vielfältige Möglichkeiten und Anreize zur Bewegung z.B. durch Bereiche zum klettern, hüpfen, rutschen, laufen, rollen, schaukeln und sich fallen lassen und Material wie z.B. Bälle, Papier, Kugeln, Rollen und Matten.
      Wir bieten den Kindern unserer Hilfestellung an, drängen diese aber nicht auf, damit die Kinder genug Raum haben, um selbstwirksam zu werden.
      Durch verschiedene Räumlichkeiten (Bewegungsraum, Außengelände, Turnhalle) können wir immer wieder neue Anreize für die Aneignung von Bewegungsfertigkeiten schaffen.
      Die gesunde Ernährung ist uns wichtig, wir bieten den Kindern täglich ein selbstzubereitetes, gesundes und ausgewogenes Frühstück an und einen geeigneten Rahmen um dieses in ihrem Tempo zu verzehren. Es gibt feste Essenzeiten ohne Essenszwang, das gemeinsame Sitzen am Tisch und Essen stärkt das Zugehörigkeitsgefühl zur Gruppe und bietet vielfältige Bildungs- und Sprachanlässe z.B. über Geschmack, Herkunft oder Temperatur von Nahrungsmitteln.
      Wir waschen mit den Kindern nach jedem Wickeln oder Toilettengang die Hände, vermitteln ihnen so ein gesundes Maß an nötiger Hygiene. Auch das Naseputzen oder Husten in die Armbeuge zeigen wir den Kindern sowohl als Erfahrung am eigenen Körper als auch in unserer Vorbildfunktion.
      Kommunikation, Sprache und Sprechen
      Zuerst kommt das Denken, dann das Verstehen und schließlich das Sprechen.
      Die Sprachentwicklung verläuft individuell so unterschiedlich, dass in den ersten drei Lebensjahren nur schwer von einer altersgemäßen Entwicklung gesprochen werden kann. Sprachbildung beruht auf guten Sprachvorbildern, beziehungsvoller Interaktion und dem kommunikativen Miteinander im Alltag der Krippe. Hören und Zuhören ist ein wichtiger Aspekt des Spracherwerbs.
      Wir fördern das Sprachverständnis und die Sprache der Kinder, indem wir in einfachen, den individuellen Entwicklung angepassten Sätzen mit den Kindern sprechen. Wir setzen Mimik und Gestik passend ein, lesen vor, singen Lieder, sagen Reime und Fingerspiele (oft in Verbindung mit Bewegung, Handlung und Anregung von möglichst vielen Sinnen). Begriffe wie warm und kalt, weich und hart, süß und salzig, oben und unten werden erst mit den passenden Sinneseindrücken versprachlicht.
      Lebenspraktische Kompetenzen
      Kinder haben den unbedingten Willen, die Welt zu erobern. Sie fordern: Hilf mir, es selbst zu tun! Selbstständig werden ist für Kinder unter drei Jahren ein zentrales Bildungsziel.
      Wir fördern die Selbstständigkeit der Kinder durch angebrachte Unterstützung im Alltag, wir vermeiden Hilfestellungen wo sie nicht nötig sind, auch wenn es ohne diese Unterstützung manchmal kleinere Pannen gibt (z.B. beim selbstständigen Essen und Trinken oder Anziehen).
      Es geht uns bei der Aneignung von lebenspraktischen Kompetenzen nicht um das perfekte Ergebnis, sondern um den Weg der dazu nötig war.
      In welchem Tempo Kinder einen Grad an Selbstständigkeit erwerben ist individuell sehr unterschiedlich. Die Zeiträume in denen sie sich Fähigkeiten aneignen sind an innere
      Reifungsprozesse gebunden, die sich von außen NICHT beschleunigen lassen z.B. bei der Sauberkeitserziehung muss zunächst das Nervensystem soweit ausgereift sein, die körperliche Entwicklung stattgefunden haben UND das Kind aus eigenem Antrieb den Willen entwickelt haben um in die ersten Formen der Sauberkeitserziehung begleitet einzusteigen.
      Mathematisches Grundverständnis
      Erstes mathematisches Denken beginnt dann, wenn Kinder Strukturen und Gesetzmäßigkeiten erkennen und Dinge miteinander in Beziehung setzen z.B. schon beim Sortieren von Grundformen. Jedes Kind verfolgt dabei sein eigenes Ordnungssystem, das sich an unterschiedlichen Kriterien orientieren kann z.B. an Verwendungszweck, Form, Farbe oder Gefühl.
      Wir bieten den Kindern die Möglichkeit zu strukturieren und zu ordnen im Krippenalltag z.B. durch Formen- und Steckwürfel, Puzzlespiele, gemeinsames Zählen verknüpft mit Bewegung und indem wir ihnen verschiedene Ordnungssysteme anbieten und erklären z.B. beim gemeinsamen Aufräumen.
      Ästhetische Bildung
      Die ästhetische Bildung fördert die Wahrnehmung und Interpretation von Sinneseindrücken. Jeder nimmt Situationen anders wahr und verarbeitet diese auch anders. In den ersten drei Jahren geht es um die sinnlichen Erfahrungen und das kreative Experimentieren mit verschiedenen Formen und Materialien zur Gestaltung.
      Wir bieten den Kindern verschiedene Formen der ästhetischen Bildung an, indem wir mit ihnen singen, tanzen und musizieren mit altersgerechten Instrumenten.
      Hierbei stärkt das gemeinsame Singen wieder das Wir-Gefühl, Rituallieder wie z.B. unser Begrüßungs- oder Geburtstagslied geben Sicherheit und somit den Anreiz, sich auch auf Neues einzulassen.
      Beim Umgang mit Musik gehen wir auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder ein, ein Kind mag es lieber leise, beim nächsten kann es gar nicht laut genug sein.
      Auch die bildnerische Kunst gehört zum Krippenalltag dazu. Dazu gehören z.B. das matschen und Spuren erzeugen mit Sand, Farben und Stiften. Auch das Spielen mit Knetmasse und Papier ermöglicht viele verschiedene Erfahrungen, wobei es hier nicht um das Produkt am Ende eines Gestaltungsprozesses geht, sondern um den Prozess und selber. Kindern ist das Produkt einer Arbeit nicht wichtig, Bilder werden übermalt und Geknetetes findet bald wieder zu einer neuen Form, wichtig ist uns hier, ihnen Zeit und Raum zu geben, nach ihren eigenen Vorstellungen kreativ zu werden.
      Natur und Lebenswelt
      Natur ist ein breites Forschungsgebiet. Es reicht vom eigenen Körper bis zum Außengelände und Umfeld der Kindertagesstätte.
      Insbesondere Wasser übt hier eine große Faszination auf Kinder aus. Die Kinder machen in der Natur ihre ersten physikalischen Grunderfahrungen über Schwerkraft, Rotation, Ursache und Wirkung.
      Das fallen lassen, drehen, anhalten und wieder in Bewegung bringen von sich selbst und Objekten erlaubt es den Kindern, diese Grunderfahrungen zu sammeln.
      Wir unterstützen die Kinder in ihrer Sammlung an Erfahrungen, indem wir ihnen z.B. die Möglichkeit zum Experimentiere mit Wasser geben. Sie dürfen planschen, umschütten, Wasser mit anderen Materialien vermischen und lernen es in seinen unterschiedlichen Aggregatzuständen kennen z.B. durch den Schnee im Winter, Hagel, Regen usw. Das Verstehen von Natur und Lebenswelt kann nur in der Natur erfolgen, nur wer den Jahreszeitenwechseln mit allen Sinnen erleben konnte, dem erschließen sich auch Begriffe wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
      Wir ermöglichen es den Kindern, verschiedene Tiere und Pflanzen kennenzulernen, durch Beobachtungen im Außengelände oder im näheren Umfeld auf Weiden und in Wäldern. Jedes Jahr gibt es für die Krippenkinder eine Waldwoche, in der sie die Besonderheiten dieses Lebensraumes kennen lernen können
      .

      Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen der menschlichen Existenz
      Schon von klein auf spüren Kinder Glück und Trauer, Geborgenheit und Verlassenheit, Vertrauen und Angst. Dies sind existentielle Erfahrungen, die intensiv erlebt werden.
      Den Umgang mit Leben und Tod, seien es Haustiere oder gar Menschen aus dem Lebensumfeld, verarbeiten auch schon Kinder auf ihre eigene Weise. Mit unserer Vorbildfunktion geben wir ihnen die Sicherheit im Umgang mit solch schwierigen Situationen und ein Stück weit Struktur.
      Normen und Werte prägen das Zusammenleben einer jeden Gruppe und so ist es auch in unserer Krippengruppe nicht anders.
      Die Werte, die wir den Kindern vermitteln, geben ihnen Orientierung und Sicherheit im Alltag. Rituale, Feste, Traditionen und Glauben prägen das Umfeld jedes Kindes auf unterschiedliche und vielfältige Art und Weise.
      Wir vermitteln den Kindern Offenheit und Achtung gegenüber zunächst für sie fremden Gewohnheiten und Gebräuchen.
      Als wichtigste Regel in unserer Krippengruppe zählt der gewaltfreie Umgang miteinander. Dass Kinder sich ausprobieren und Grenzen austesten, gehört zur natürlichen Entwicklung jedes Kindes. Unserer Aufgabe ist es dann, den Kindern mit liebevollen Konsequenzen die Auswirkungen ihres Tuns verständlich zu machen. Diese Konsequenzen geben den Kindern Orientierung im Alltag der Krippe z.B. wenn ich jemandem wehtue, muss ich mich entschuldigen und mich auch darum kümmern dass es ihm/ihr wieder besser geht.
      Wir fungieren hierbei als Vorbild und geben Sicherheit durch Kontinuität.

      7.1.5 Übergang von der Krippe zum Kindergarten
      Um den Kindern den Übergang aus der Krippe in die Regelkindergartengruppe oder auch die Waldgruppe zu erleichtern, finden gegenseitige Besuche der einzelnen Gruppen statt.
      Wechseln Kinder aus der Krippe in andere Einrichtungen, sind auch hier Schnupper- und Kennlerntage, dann natürlich begleitet von den Eltern, vorgesehen. Die Kinder lernen so die Kindergruppen, die pädagogischen Fachkräfte und die Räumlichkeiten langsam kennen.
      Auch hier ist ein sanfter Übergang nötig, um Unsicherheiten abzubauen und die Kinder in ihrer Selbstsicherheit zu stärken, denn dieser Übergang zu den „Großen“ ist wieder ein neuer, spannender Lebensabschnitt für alle Beteiligten.
      Nicht selten ist hier aber auch noch eine völlig

      7.2. Waldkindergarten

      Was ist Waldpädagogik? Mit wenig Worten einfach erklärt!

      Kinder wollen sich bewegen, Kindern macht Bewegung Spaß, Weil sie so die Welt erleben, Menschen, Tiere, Blumen, Gras.
      Kinder wollen laufen, springen, Kullern, klettern und sich dreh'n, Wollen tanzen, lärmen, singen, Mutig mal ganz oben steh'n;
      Ihre Körper so entdecken, Wollen tasten, riechen, schmecken, Und entdeckend hören, Schauen, fühlen,
      Wach mit allen Sinnen Innerer Bewegung Glück. Lasst die Kinder dies gewinnen Und erleben Stück für Stück.
      Karin Haffner


      Die Gruppe der Waldwichtel besteht aus bis zu 15 Kindern im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt und wird von zwei pädagogischen Fachkräften betreut.
      Der tägliche Anlaufpunkt bzw. Waldplatz befindet sich im Wäldchen am Muhlenberg in Oldershausen.
      Als Schutz, Spielmöglichkeit und Schlecht-Wetter-Unterkunft dienen drei beheizbare Bauwagen. Des Weiteren wurde im Januar 2013 ein Wichtelstübchen aus Holz errichtet, in dem die Kinder sich zum Morgenkreis und zum Frühstück zusammenfinden. Aber auch als Spielmöglichkeit und Unterschlupf bei starkem Regen wird die kleine „Waldhütte“ gern genutzt.
      Als Waldgruppe, die das ganze Jahr über im Freien ist, gehört es zur Normalität, dass unsere kleineren und größeren „Geschäfte“ im Wald hinter einem Baum erledigt werden. Für Kinder, die sich anfangs an die neue Situation gewöhnen müssen, gibt es eine Art Biotoilette aus Holz. Auf weitere sanitäre Anlagen, fließend Wasser oder Strom und Licht verzichten wir gänzlich.
      Außer Schaufeln, ausrangierten Töpfe, Löffel, Besen usw. ist ein großes Angebot an Werkzeug vorhanden.
      Die Kinder haben stets die Möglichkeit, ihre Fingerfertigkeit im Hämmern, Sägen, Schnitzen, Schneiden und Schleifen zu verfeinern.
      Vorgefertigtes Spielzeug ist nur sehr wenig vor Ort. Den Kindern stehen Bollerwagen und Schubkarren zum fantasievollen Spielen zur Verfügung. Da werden Bollerwagen zu Pferdekutschen oder Holztransportern.
      Zudem gibt es eine große Auswahl an Seilen, die gern zu verschiedenen Spielen aneinander geknotet werden. Eine Kletterleiter, zwischen zwei Bäumen gespannt, wird zur Herausforderung und eine Hängematte in den morgendlichen Sonnenstrahlen dient als Ort der Ruhe und Entspannung.
      Nicht zuletzt bieten der Wald und seine Umgebung ohne vorgefertigtes Spielzeug die Möglichkeit, eigenes Spiel zu schaffen und damit Kreativität, Fantasie, Unabhängigkeit und Selbstsicherheit zu entwickeln.

      7.2.1 Tagesablauf

      745 – 815 Sonderöffnungszeit
      Wir warten bis 815 Uhr auf die „Spätkinder“. Die Kinder, die bereits da sind, entdecken den Waldrand. Mitarbeiter nutzen die Zeit, um den Tag zu besprechen.
      830 Wir gehen gemeinsam zu unserem Waldkindergartenplatz.
      Anschließend treffen wir uns im Wichtelstübchen zum Morgenkreis. Wir erarbeiten gemeinsam das Datum, erzählen vom Vortag bzw. Wochenende, können Wünsche äußern für den Tag und singen ein Begrüßungslied.
      900 Freispiel: die Kinder entdecken die Natur, reagieren auf die bestehende Situation (Regen Spielen mit Wasser).
      1000 Frühstück, alle treffen sich im Wichtelstübchen zum gemeinsamen Frühstück.
      ab 1030 Freispiel bzw. Angebotszeit, spontane Aktionen, die der aktuellen Situation angepasst sind.
      1140 Aufräumzeit
      1150 Wir treffen uns im selbst gestalteten Abschlusskreis, spielen ein Spiel, singen ein Abschlusslied, lassen den noch einmal Revue passieren.
      12
      00 Wir gehen gemeinsam zurück zum Wartepunkt vor dem Wald und übergeben um 1215 Uhr die Kinder an ihre Eltern.
      bis 12
      45 Sonderöffnungszeit: Kinder/Erzieher nutzen die Zeit zum Austausch mit Eltern, klären organisatorische Dinge, spielen und entdecken.
      Der Alltag des Waldkindergartens wird oft spontan geplant. So gehen wird Schlitten fahren bei Schnee, wandern bei sehr kalten Temperaturen und gehen auf Entdeckungstour ins Dickicht. Die Kinder bringen hierzu ihre Wünsche mit ein und planen so den Tag weitgehend mit.
      Bei Wetterverhältnissen, die keinen Besuch im Wald zulassen, wie Sturm oder Gewitter, haben wir die Möglichkeit, das ortsansässige Dorfgemeinschaftshaus zu nutzen.




      7.2.2 Eingewöhnungs-, Findungs- und Festigungsphase

      Eingewöhnungs- und Findungsphase

      Interessierte Eltern und Kinder sind stets gern eingeladen einen Vormittag mit uns im Wald zu verbringen.
      Oft zeichnet sich schon beim ersten Besuch ein Interesse des Kindes am Gruppengeschehen in der Natur ab. Danach kommen die Kinder meistens einige Tage in Begleitung der Eltern mit.
      Sobald sie Vertrauen gefasst haben und sich in der Gruppe angekommen fühlen, bewältigen sie den Waldalltag allein und werden zum Waldwichtel vom Muhlenberg.


      Festigungsphase

      Aufgrund der Gruppengröße sind wir ein sehr familiärer Kindergarten. Jedes Kind soll sich als Mitglied in der Gruppe angenommen und wohl fühlen.
      Die Kinder sollen lernen, sich in der Gruppe zu behaupten, eigene Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.
      Das Verständnis für die Natur, deren Schätze und das Leben zu respektieren steht an erster Stelle. Den Umgang mit den vorgegeben Materialien erlernen und Verantwortungsbewusstsein entwickeln ist herausfordernde Aufgabe für die Kinder in dieser Phase.
      Aber besonders das kindgerechte Spielen, die Möglichkeit sich frei zu entfalten, den Tag nach eigenen Wünschen erleben und die Bewegung in der Natur sollen den Kindern einen ausgeglichenen und spannenden Vormittag mit all seinen Herausforderungen bereiten.

      7.2.3 Letztes Kindergartenjahr

      Im letzten Kindergartenjahr wird im Wald Vorschule nach dem „Würzburger Trainingsprogramm“ gemacht. Dieses Programm beinhaltet Sprachspiele, es regt zum Lauschen, Hören und Lernen an.
      Die Vorschüler besuchen einige Male die Grundschule, um sie kennenzulernen und den Übergang zwischen Kindergarten und Schule zu erleichtern.
      Die Kinder haben während der gesamten Kindergartenzeit die Zahlen und Formen kennengelernt, haben Erfahrungen mit Scheren und der richtigen Stifthaltung gemacht, sodass sie wie alle Kinder gut vorbereitet in den Grundschulalltag starten können.
      Aus Erfahrung heraus weiß man, dass Waldkindergartenkinder ihren Schulkollegen in Nichts nachstehen. Es hat sich gezeigt, dass gerade die Waldkinder, die drei Jahre lang die Chance hatten, sich und ihren Körper voll auszutesten und an ihre
      Grenzen zu bringen, den Schulalltag konzentriert angehen und wissbegierig in den neuen Lebensabschnitt starten.


      7.2.4 Bildungsbereiche und Erfahrungsfelder
      Emotionale Entwicklung und soziales Lernen
      Die verlässliche Bindung zu den Mitmenschen gibt Sicherheit in der Natur, die Kinder unterstützen sich gegenseitig in ihrem Tun und können sich aufeinander verlassen z.B. ein Kind bekommt seinen Rucksack nicht alleine auf und ein anderes unterstützt oder die Kinder bauen gemeinsam eine Brücke, jeder hilft mit und ist wichtig.
      Kinder üben sich bei uns täglich in Konfliktfähigkeit, denn sie müssen sich zwangsläufig in ihrer Gruppe mit den anderen Kindern verständigen, sei es beim Teilen von Werkzeug und auch bei kleineren oder größeren Auseinandersetzungen.
      Kinder lernen aufeinander Rücksicht zu nehmen, z.B. schon beim gemeinsamen Weg zum Waldplatz, wenn die Kinder an den Wartebäumen aufeinander warten bis auch der letzte den Baum erreicht hat.
      Jedes Kind wird in unserer Gruppe angenommen und es werden Freundschaften geschlossen.
      Emotionen wie Wut und Freude haben ihren Platz im Kindergarten-Alltag. Wir fördern dies, in dem wir die Emotionen der Kinder benennen, widerspiegeln und vor allem zulassen. Durch das Benennen von Gefühlen anderer lernen die Kinder, die Emotionen der Mitmenschen einzuschätzen und angemessen daraus zu reagieren. Die Kinder lernen, sich gegenseitige Hilfestellung zu geben z.B. beim Klettern, Knoten machen, balancieren oder auch beim Aufstehen nach kleineren Stürzen.
      Kognitive Fähigkeiten
      Wir ermöglichen den Kindern eigenständiges Lernen, indem wir ihnen nur Impulse zur Anregung der eigenen Fantasie geben.
      Sinneserfahrungen durch Fühlen, Tasten und Riechen sind im Alltag allgegenwärtig z.B. das Gefühl von Matsch an den Fingern, der Duft des Waldes nach einem Regenschauer, die Beschaffenheit von Baumrinden etc.
      Die Kinder eignen sich spezifisches Wissen über den Wald und seine Bewohner an z.B. durch immer wiederkehrendes Vermitteln von Fachwissen über den Wald (über bestimmte Bäume, Tiere, Themen, die wir bearbeiten in Form von Liedern, Geschichten und Gesprächen etc.)
      Die Kinder experimentieren ständig mit den vorhandenen Naturmaterialien und Gegebenheiten auch um eigene Lösungsstrategien zu entwickeln z.B. Stapeln von Hölzern, aus Wasser wird Eis oder auch wieder Wasser, Wasser und Erde ergibt Matsch.
      Körper – Bewegung – Gesundheit
      Aufgrund der täglichen körperlichen Herausforderung entsteht eine ganzheitliche Förderung, geistige und motorische Fähigkeiten werden entwickelt z.B. durch tägliches Laufen und Wandern in Feld, Wald und Flur.
      Stärkung von Selbstvertrauen durch besondere Herausforderungen (motorisch: über Bäume klettern, durch unwegsames Gelände laufen)
      Körperbewusstsein fördern z.B. indem wir immer wieder neue Wege erkunden, aber auch Grenzen der eigenen Fähigkeiten erkennen und Selbsterfahrungen zulassen z.B. in kleinen Gruppen den Wald erkunden oder Versuche von selbstständigem Klettern auf Bäume. Jedes Kind sammelt Erfahrungen auf seinem eigenen Entwicklungsstand und gibt sich immer wieder neuen Herausforderungen hin.
      Stärkung des Immunsystems aufgrund von ständig wechselnden Witterungsbedingungen
      Optimale Stärkung der Muskulatur durch unzählige Bewegungsanreize und des Gleichgewichtsinns z.B. durch Ziehen von Bollerwagen, Rollen von Bäumstämmen, Balancieren über Stock und Stein.
      Wir legen Wert auf ein gesundes Frühstück. Jedes Kind bringt ein Brot und Gemüse oder Obst mit, dazu Tee oder Wasser als Getränk. Süße Speisen und Getränke locken Insekten an (Bienen, Wespen) und können so zur potentiellen Gefahrenquelle werden. Zu besonderen Anlässen gibt es natürlich auch in der Waldgruppe Ausnahmen z.B. bei Geburtstagen oder Festen. Unser Frühstück nehmen wir gemeinsam in einer entspannten Atmosphäre ein, jedes Kind bekommt die Zeit die es benötigt um sich satt zu essen.
      Sprache und Sprechen
      Wir arbeiten mit dem „Würzburger Trainingsprogramm“ welches das spielerische Erlernen von Sprachmustern und –melodien vorsieht z.B. durch Reime, Gedichte, Lieder…
      Spielerisches Erlernen wir mit den Kindern auch die Zahlen im Alltag. Oft geschieht dies aus einer Aktion heraus, z.B. wenn die Kinder wissen wollen, wer die meisten Stöcke oder Zapfen gesammelt hat.
      Die Äußerungen der Kinder werden ernst genommen. Sie haben den gleichen Stellenwert wie der der Erwachsenen und werden somit erhört und entsprechend umgesetzt. Die Kinder werden ermutigt, sich laut zu äußern, ihren Willen mitzuteilen und so in Kommunikation mit ihren Mitmenschen zu treten.
      Die Kinder spielen oft im Freispiel Rollenspiele. Ohne das vorgefertigte Spielzeug werden hier die Kommunikationsfähigkeit und die soziale Kompetenz gefördert. Die Kinder erklären sich gegenseitig ihre Spielwelt, indem Nussschalen zu Booten, Stöcke, Blätter und Zapfen zu Gekochtem und Baumrinde zu Dächern von Zwergenhöhlen werden. Durch das ständige Gespräch miteinander entsteht die natürliche Auseinandersetzung mit der Sprache. Buchbetrachtungen, Fingerspiele, Abzählreime und Liedeinführungen fördern zusätzlich spielerisch die Sprachentwicklung.
      Lebenspraktische Kompetenzen
      Wir motivieren die Kinder sich selbst auszuprobieren, Dinge allein zu versuchen und schließlich zu können und sich nur soviel Unterstützung wie nötig zu holen.
      Die Erzieher sind dabei größtenteils in der Beobachtungsrolle, unterstützend wo es nötig ist aber greifen wenig ins Geschehen ein.
      Die Kinder werden zur Selbstständigkeit im Alltag animiert, so packen sie z.B. ihre Rucksäcke aus und ein und frühstücken eigenständig. Sie können ihre Erfahrungen sammeln in alltäglichen Situationen wie z.B. beim Toilettengang (An- und Ausziehen)
      Der Umgang mit vielen verschiedenen Materialien und Werkzeugen fördert handwerkliches Geschick der Kinder enorm. Sie werden sicher im Umgang und lernen ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten einzuschätzen.

      Mathematisches Grundverständnis
      Durch das Zählen der Kinder an den Wartebäumen bekommen die Kinder ein Gefühl für Zahlen und Mengen. Beim Bestimmen des Datums werden ihnen auch Zusammenhänge von Zahlen, Wochentagen, Monaten und Jahren bewusst.
      Beim Sortieren/Ordnen von z.B. Zapfen wird das Größenverständnis geschult aber auch das Erfassen einer Menge ohne Nachzuzählen wird hier geübt. Wir spielen in der Gruppe Würfelspiele, so bekommen die Kinder ein Verständnis von den Würfelzahlen, sie erlernen nach und nach, diese schon am Zahlenbild zu erkennen ohne nachzählen zu müssen
      Ein Grundverständnis wird auch durch Abzählreime und Lieder, die immer wiederkehren, entwickelt.
      Auch das Kennenlernen, Wiedererkennen und Zuordnen von Formen bauen wir in den Alltag mit ein, dies fängt oft schon beim Frühstück an (runder Apfel, eckiges Brot, ovales Ei).
      Ästhetische Bildung
      Die ständige Konfrontation mit der Natur fördert das Wahrnehmen und Empfinden für:
      Fühlen = Kälte, Wärme, Wind, „Matsche“
      Riechen = Pflanzenwelt, Tiere, Regenwetter
      Schmecken = kochen, bzw. gemeinsames Essen
      Hören = Vögel, Wind
      Sehen = Tiere werden beobachtet, entdecken
      Jedes Kind hat eine eigene ästhetische Wahrnehmung, für den einen ist der Wind in den Bäumen ein angenehmes Rauschen, für den nächstes ist dies eher bedrohlich. Aus diesen vielfältigen Sinneseindrücken erschließt sich das Kind seine ganz eigene, ästhetische Welt.
      Durch das Entdecken und Bearbeiten der Naturmaterialien wird die Kreativität der Kinder täglich gefördert. Stöcke werden zu reich verzierten Zauberstäben, in Verbindung mit Zapfen und ein bisschen Wolle zu kunstvollen Mobiles, zu kleinen Holzpüppchen oder Pfeilen.
      Die Kinder entwickeln ihre eigenen, für sie schönen Objekte aus ihren eigenen Ideen und deren Umsetzung.
      Rollenspiele gibt es im Waldkindergarten natürlich auch. Sie entwickeln sich aus dem Spiel heraus oder auch aus dem Alltag der Kinder z.B. wird Erlebtes nachgespielt und auch verarbeitet.
      Natur und Lebenswelt
      Durch die Verbundenheit zur Natur, erlernen die Kinder Fachwissen auf spielerische Weise. Der eben gesehene Vogel wird im Buch nachgeschlagen und beim nächsten Gang durch den Wald entdeckt man vielleicht sogar eine Feder.
      Im Alltag wird der Gleichgewichtssinn z.B. durch Balancieren, die Fitness z.B. durch den Weg zum Wald oder kleine Streifzüge durchs Dickicht und auch die Wahrnehmung durch Wetterreize gefördert. Die Kinder lernen ihren Körper zu kontrollieren, ihn einzuschätzen und entsprechend zu handeln.
      Bei jedem Wetter wird im Waldkindergarten die Natur erforscht. Wasser, Regen oder Wind bringen besondere Voraussetzungen und Möglichkeiten mit sich z.B. der Regen der gleich genutzt wird um ein wunderschönes Matschloch zu bauen. Die Kinder haben die Möglichkeit, mit der Beschaffenheit der Natur zu experimentieren.
      Ein gesundes Umweltbewusstsein wird den Kindern vermittelt, sie lernen den Lebensraum Wald schätzen. So achten wir z.B. immer darauf, keinen Müll zu hinterlassen bzw. sammeln auch gezielt Müll ein, der uns auf unseren Wegen begegnet.
      Die Kinder lernen Rücksicht auf die Natur nehmen, Pflanzen dürfen wachsen, keine lebende Pflanze wird beschädigt oder etwa einfach abgepflückt.
      Durch spezielle Ausflüge z.B. in Wildparks oder den Weltwald bekommen die Kinder die Möglichkeit ihr Wissen über den Wald und seine Bewohner zu vertiefen. Denn nur was man kennt und schätzen gelernt hat, wird man später auch schützen.
      Ethische und religiöse Fragen
      Durch wiederkehrende Rituale erfahren die Kinder Vertrauen und Geborgenheit z.B. den Morgen- und Abschlusskreis oder auch die Jahresfeste.
      Jedes Kind bringt seine Erfahrungen mit in den Kindergartenalltag, unsere Aufgabe sehen wir darin, situationsangepasst zu Handeln und den Kindern die nötige Unterstützung zu Verarbeitung dieser Erfahrungen zu geben.

      7.2.5 Dokumentation und Beobachtung
      Die Beobachtung ist die Grundlage unserer Arbeit. Aus Beobachtungen entwickeln wir situationsangepasste Angebote für die Kinder, wir erkennen welche Anregungen die Kinder benötigen und welche Materialien sie dafür benötigen und stellen diese zur Verfügung.
      Wir dokumentieren unsere Beobachtungen auf vielfältige Weise:

        Das Portfolio ist in erster Linie für das Kind gedacht, damit es selbstständig seinen Lernweg verfolgen und nachvollziehen kann.
        Es gehört dem Kind und wir helfen ihm dabei Material auszuwählen und darin zu sammeln. (z.B. Fotos, Arbeiten des Kindes, ...) Jedes Kind soll seine Identität entwickeln. Das Portfolio soll keiner Wertung seitens der Eltern, Erzieherinnen oder anderen Personen unterzogen werden, damit für das Kind kein Leistungsdruck entsteht.
        Die Kinder allein bestimmen, wer das Portfolio ansehen darf.
        Aufzeichnungen von jedem Kind sind wichtig und unterliegen dem Datenschutz.
        Die Dokumente sind Eigentum des Kindes. 7.3 Kindergarten

        Unser Kindergarten ist von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr geöffnet.
        Für Kinder, die eine längere Betreuungszeit benötigen, bieten wir ab 7:30 Uhr einen Frühdienst und bis 13:00 Uhr den Spätdienst an.
        In unserer Regelgruppe, der Regenbogenbärengruppe, werden 25 Kinder im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt von zwei pädagogischen Mitarbeiterinnen betreut.
        Im Innenbereich befinden sich für die Kinder:
        der Gruppenraum mit angrenzenden Waschraum und Toiletten,
        der Bewegungsraum
        und die Cafeteria im Flurbereich.
        Der Gruppenraum bietet den Kindern eine Vielzahl von Spielmöglichkeiten, er ist in verschiedene Funktionsbereiche unterteilt (Bau,- Kuschel,- Puppenecke u. dergl.).
        Die Kinder wissen, wo welche Spielmöglichkeiten vorhanden sind. Die Materialien haben in den verschiedenen Bereichen feste Plätze und sind für alle Kinder erreichbar. Das Material wird von uns so ausgewählt und in regelmäßigen Abständen ausgetauscht, dass jedes Kind seinem Entwicklungsstand entsprechend etwas vorfindet.
        Der Waschraum kann auch für Wasser und Matschaktivitäten genutzt werden.
        Der Bewegungsraum öffnet nach Bedarf. Die Kinder können dort großflächig bauen und spielen. Sie werden mit ihrem ganzen Körper aktiv, lernen ihre Bewegungen zu koordinieren, entwickeln Körpersicherheit, schnelles Reaktionsvermögen, Mut und Selbstbewusstsein, lernen aber auch die Grenzen ihrer Fähigkeiten kennen.
        Zusammen mit anderen Kindern erfahren sie, wie durch Absprache und kooperatives Handeln gemeinsame Ziele erreicht werden können.
        Ein besonderer Aspekt ist auch, dass die Kinder Kompensationsmöglichkeiten zum Abbau von Spannungen im körperlichen oder seelischen Bereich angeboten bekommen. Grobmotorische Aktionen stehen hier im Vordergrund.
        In der Cafeteria stehen für die Kinder Geschirr und Getränke für das Frühstück bereit.
        Der Kindergarten ist durch eine Tür auf dem Flur mit der Krippe verbunden, dadurch haben die Kinder die Möglichkeit sich nach Absprache gegenseitig in der anderen Gruppe zu besuchen. Das ist auch auf dem Außengelände möglich.
        Ein großes Außengelände umgibt den Kindergarten. Für die Kinder stehen dort eine Seilbahn, Schaukel, Sandbaustelle, Wasserbaustelle mit Sandkasten,
        Kletteranlage mit Rutsche, überdachter Sandkasten, Reckstangen, Fahrstraße, Balancierstämme, Trampolin, Kletterbäume und eine Holzeisenbahn zum Spielen bereit.

        7.3.1 Tagesablauf

        Ab 8:00 Uhr beginnt die Kernbetreuungszeit mit der Bringphase und Freispiel bis zum Morgenkreis. In dieser Zeit haben die Kinder die Möglichkeit zu entscheiden, wo, wie und was sie spielen möchten. Kinder dürfen aber auch nichts tun, zu sehen und einfach nur das Geschehen um sich herum beobachten.
        Der Morgenkreis beginnt mit einem gemeinsamen Begrüßungslied. Angebote und Tagesablauf werden besprochen.
        Danach öffnet die Cafeteria, um ca. 10:00 Uhr endet die Frühstückszeit.
        Während des Freispiels oder nach dem Frühstück finden die Angebote statt. Angebote sind Aktivitäten, die von Erzieherinnen vorbereitet und gemeinsam mit den Kindern gestaltet werden, wie z.B. Projekte, Bastelangebote, Naturbeobachtungen.
        Daran schließt sich das Aufräumen an.
        Der Tag endet mit einem gemeinsamen Schlusskreis, in dem z. B. Liedeinführungen, Bilderbuchbetrachtungen, Finger- und Bewegungsspiele gemacht werden. Die Kinder können Erlebtes und Themen, die ihnen wichtig sind, erzählen. Es werden die Regeln des Kindergartens besprochen und bei Bedarf geändert.
        Wir wollen dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder auch im Freien gerecht werden, deshalb bieten wir ihnen die Möglichkeit, bei fast jeder Witterung, auf den Spielplatz zu gehen.

        Grundsätzlich kann sich ein Tag auch einmal ganz anders gestalten z. B. durch:

          7.3.2 Eingewöhnungs- Findungs- und Festigungsphase

          Wenn ein Kind zu uns kommt, beginnt für Eltern und Kind ein neuer Lebensabschnitt mit ungewohnten Räumen, einem festen Zeitplan, neuen Bezugspersonen und zunächst fremden Regeln.
          Loslassen und Aufbruch ins Unbekannte sind nicht nur aufregend und mitunter schmerzhaft für die Kinder, sondern auch für die Eltern, deshalb ist eine Eingewöhnung mit einem ausreichendem Maß an Einfühlung, Zeit und Geduld verbunden.
          Vor dem neuen Kindergartenjahr werden alle zukünftigen Kindergartenkinder mit ihren Eltern zum „Schnuppern“ eingeladen. An diesem Tag lernen sie ihren Kindergarten und ihre Gruppe kennen.
          Die sensible
          Eingewöhnungsphase, die bei jedem Kind individuell verläuft, unterstützen wir mit wiederkehrenden Ritualen, Regeln und einem strukturierten Tagesablauf. Somit geben wir den Kindern Sicherheit und Orientierung
          Durch unsere Beobachtung ---schließt sich an die Eingewöhnungszeit die
          Findungsphase an. In diesem Zeitabschnitt findet das Kind seinen Platz in der Gruppe, testet Grenzen aus und findet sich im Kindergartenalltag ein.
          Die
          Festigungsphase ist unabhängig vom Alter des Kindes, sie ist vielmehr abhängig vom individuellen Entwicklungsstand. Wenn das Kind in seiner Gruppe „angekommen“ ist, wird es unserer Erfahrung nach:

            7.3.3 Das letzte Kindergartenjahr
            Vorschulerziehung beginnt nicht erst im letzten Kindergartenjahr, sondern ist das Ergebnis der gesamten Kindergartenzeit. Kinder lernen im Kindergarten nicht schreiben, rechnen und lesen, sondern entwickeln auf spielerische Art und Weise die Fähigkeiten und Voraussetzungen dafür.


            Ein Kind kommt nicht nur mit dem Kopf zur Schule,
            sondern mit dem gesamten Körper.

            Renate Zimmer


            Schulfähigkeit ist nicht nur intellektuelle Reife, sondern ist ein Zusammenspiel aus sozialen Kompetenzen, Selbständigkeit, Eigeninitiative, die Bereitschaft sich auf etwas Neues einzulassen, Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen mit einem gewissen Maß an Frustrationstoleranz sowie feinmotorischen Fertigkeiten.
            Das letzte Kindergartenjahr ist durch besondere Projekte geprägt, die zur Schulvorbereitung dienen.
            Durch die räumliche Nähe hat sich eine intensive Zusammenarbeit mit den Lehrern der Grundschule Düderode entwickelt. Um den Kindern (Schulanfängern) den Start in die Schule zu erleichtern, finden nach Absprache Besuche von den Lehrkräften im Kindergarten statt.
            In den letzten Monaten der Kindergartenzeit gehen wir mit den Schulanfängern in die Grundschule, um den Kindern die Räumlichkeiten und das zukünftige Umfeld näher zu bringen.

            Mit den vertrauten Bezugspersonen im Kindergartenalltag, den Erzieherinnen, verleben die Kinder eine „Unterrichtsstunde“ in ihrem künftigen Klassenraum und genießen die Pausen.

            Die Kindergartenzeit endet für die „Großen“ mit einer Abschlussfahrt und Übernachtung in der Kindertagesstätte sowie einem gemeinsamen Frühstück mit den Kindern, Erziehungspartnern und Erziehern.


            „ Hilf mir, es selbst zu tun“

            Maria Montessori


            7.3.4 Freispiel im Kindergarten

            Das Spielen ist die Grundlage des kindlichen Lernens, deshalb nimmt es auch bei uns im Kindergarten eine wichtige Stellung ein. Wir lassen das Kind über das Spiel lernen.
            Häufig wird das Spiel als untergeordnete und bedeutungslose Beschäftigung ohne Wertschätzung angesehen. „Mein Kind hat wieder nur gespielt“
            Die Kinder erwerben im Spiel wichtige Lernerfahrungen. Jedes Kind hat besondere Fähigkeiten und bringt diese in gemeinsame Spielsituationen mit ein.
            Im Freispiel entscheiden die Kinder selbst über den Inhalt, die Mitspieler, den Spielverlauf und die Dauer ihres Spiels. Anregungen und Impulse, Erlebtes und Ausgedachtes werden umgesetzt und verarbeitet. Dazu gehören auch die Erlebnisse des Alltags (wie z. B. Familiensituationen, Fernsehen, Beobachtungen usw.) Kinder haben Spaß und Freude am Spielen, da sie eigene Ideen verwirklichen und selbst Entscheidungen treffen.
            Die Kinder entfalten sich durch das Spiel und lernen ihre Grenzen kennen. Durch viele verschiedene Erfahrungen verstärkt sich ihr Selbstbewusstsein und es entstehen Freundschaften.
            Die meiste Zeit verbringen die Kinder mit verschiedenen Formen des Spieles wie z.B. Phantasie-, Konstruktions-, Regel-, Rollen-, Wett-, Kreis und Bewegungsspielen.


            Im Spiel kann ein Kind seine Kräfte und Fähigkeiten
            entfalten und entwickeln.


            Uns ist es wichtig, dass die Kinder Möglichkeiten haben, selbst tätig zu werden und sowohl ihren Bewegungsdrang, zur Verbesserung ihrer motorischen Fähigkeiten nachgehen können, als auch Zeit zum entspannen zu haben.
            Aufgabe der Erzieherinnen ist es, dieses Freispiel qualifiziert zu begleiten, das heißt:

              Wo Menschen zusammen sind, gibt es auch Konflikte, sie gehören zum Zusammenleben dazu. Das gilt auch für das gemeinsame Spiel. Unser Ziel ist es, das Kinder mit unserer Unterstützung selbständige Konfliktlösungsmöglichkeiten entwickeln und umsetzen.

              7.3.5 Bildungsbereiche und Erfahrungsfelder
              Unsere pädagogische Arbeit richtet sich nach dem niedersächsischen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung.
              Aufbauend auf die Bildungsbereiche der Krippe setzen wir sie so um:
              Emotionale Entwicklung und soziales Lernen
              Kinder lernen im Umgang miteinander soziale Verhaltensweisen. Die emotionale Entwicklung spielt dabei eine wichtige Rolle und vollzieht sich in Zusammenhang mit den Bereichen Sprache, Denken, Wahrnehmung und Bewegung. Die Kinder lernen im Umgang mit anderen Rücksicht zu nehmen, Regeln und Grenzen auszuhandeln und einzuhalten, Bedürfnisse zu äußern sowie Konflikte auszutragen.
              Wir bieten den Kindern Zeit und Raum, ihre Gefühle und Emotionen auszuleben.
              Es entstehen Freundschaften, die Kinder lernen zu teilen und aufeinander
              zuzugehen, sie entwickeln Empathie.

              Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen
              Für das Kindergartenkind ist das Spiel die wichtigste Form des Lernens. Es benötigt eine anregende Umwelt, in der es sich vielfältig bewegen kann, in der es viel zu entdecken gilb und die zum selbsttätigen Handeln auffordert.
              In einer anregenden, wertschätzenden Atmosphäre unterstützen wie das Neugier- und Lernverhalten.
              Kinder werden durch Gespräche und Beobachtungen zum Nachdenken und zur Begriffsbildung angeregt.
              Die Kinder erhalten die Möglichkeit, ihr Gedächtnis zu trainieren, durch das Erlernen von Reimen und Liedern, durch Geschichtenerzählen und -erfinden, durch Regelspiele wird die Merkfähigkeit gefördert.

              Körper – Bewegung – Gesundheit
              Körperliche Geschicklichkeit wird bei uns durch vielfältige Geräte- und Materialausstattung gefördert, die Kindern das Wippen, Schwingen, Schaukeln, Rutschen, Klettern, Balancieren, Springen und Fortbewegungen durch Roll- und Fahrgeräte ermöglicht. Fahrzeuge wie Roller, Laufrad und Fahrrad werden auf unserem Außengelände genutzt.
              Darüber hinaus können Kinder durch Nutzung von Alltagsmaterialien, Bauelementen usw. ihre Koordinationsfähigkeit sowie Grob- und Feinmotorik phantasievoll und selbständig erproben.
              Hier bietet unser Bewegungsraum, der auch für Aktivitäten wie Bewegungsgeschichten, Phantasiereisen und Entspannungsübungen benutzt wird, einen hohen Aufforderungscharakter. Einmal wöchentlich gehen wir in die Schulturnhalle und dabei achten wir sehr auf die Vielfältigkeit der Bewegungsangebote.
              Wir legen Wert auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
              Einmal monatlich bereiten wir mit den Kindern gemeinsam ein Mittagessen zu. Dieses bereitet den Kindern nicht nur viel Spaß, sondern sie erfahren auch die Beschaffenheit und Zubereitung der Nahrungsmittel z.B. Kartoffelbrei kommt nicht nur aus der Tüte, es geht auch anders!

              Sprache und Sprechen
              Die Sprache ist das wichtigste zwischenmenschliche Kommunikationsmittel! Wichtig ist uns, die Freude am Sprechen zu wecken und zu erhalten.
              Beim Zuhören, Rätseln, Reimen, Vorlesen, Geschichten erzählen und Bilderbuchbetrachtungen werden nicht nur interessante Inhalte vermittelt, sondern auch die Wortschatzerweiterung angeregt.
              Wir begleiten und unterstützen die Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung durch: Gesprächskreise, Fingerspiele, Silbenspiele, Bilderbücher, Lieder, Klanggeschichten, Kreisspiele, Bewegungsspiele, und Gesellschaftsspiele.
              Sprechen ist ein lebendiger Prozess der sich bei jedem Menschen unterschiedlich weiterentwickelt.
              Die sprachliche Bildung ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Schulzeit.
              Lebenspraktische Kompetenzen
              Kinder haben ein großes Bedürfnis, sich an den Tätigkeiten der sie umgebenden Personen zu orientieren. Es besteht ein starker Wille, Dinge selbst tun zu können.
              Kinder haben ein starkes Interesse an dem, was Andere schon können.
              Lebenspraktisches Tun bietet Kindern von klein auf eine Fülle von Lerngelegenheiten.
              Besonders viele Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten bietet das Herstellen und Herrichten von Mahlzeiten. Hierbei ist Zusammenarbeit gefordert, es muss geplant, mit Mengen hantiert und die Handgeschicklichkeit (z.B. beim Schälen) eingesetzt werden.
              Zu den lebenspraktischen Kompetenzen gehören auch das eigenständige An- und Ausziehen, die Toilettenbenutzung, die Selbstversorgung beim Frühstuck, das Aufräumen und das Organisieren benötigter Materialien zum Spielen und Basteln.
              Die Kinder bewältigen Aufgaben für die Gemeinschaft, wie z.B. den Tisch decken für das gemeinsame Mittagessen.

              Mathematisches Grundverständnis
              Mit zunehmendem Alter nehmen die Kinder neben verschiedenen Formen und Größen auch Zahlen wahr und erkennen ihre Bedeutung im Alltag.
              Die Kinder werden spielerisch angeregt, Mengen zu erfassen und zu vergleichen sowie Raum-Lage-Beziehungen zu erkennen (vor, hinter, über, unter).
              Wir fördern ihre mathematischen Kompetenzen durch Experimentieren und Forschen, bieten ihnen Handlungserfahrungen durch: Mengen abmessen, Formen bestimmen, Zählen, Sortieren und Begriffe wie, weniger und mehr, groß und klein, schwer und leicht.
              Praktische Beispiele aus unserem Alltag sind: Tischdecken, Malstifte sortieren, Prüfung der Anwesenheitsliste, im Morgenkreis mit Kinder zählen, Würfelspiele, Abzählreime, Abwiegen und Stapeln.

              Ästhetische Bildung
              In unserer Kindertagesstätte geben wir den Kindern die Gelegenheit, sich auf verschiedene Art und Weise kreativ mit ihrer Lebenswelt auseinanderzusetzen.
              Die Kinder können Malen, Zeichnen. Wir stellen ihnen viele unterschiedliche Werkstoffe wie z.B. Knete, Farben, Sand, Wasser und Kleister zur Verfügung und die Kinder können verschiedene handwerkliche Techniken selbst ausprobieren und sich aneignen.
              Den Umgang mit Werkzeug, wie Sägen, Feilen, Hammer, Nägel erlernen die Kinder an unserer Werkbank.
              Jedes Kind bringt seine eigene musikalische Grundausstattung, die Stimme, mit. Über Sprechgesang, Sing- und rhythmische Spiele und Lieder erfahren die Kinder die klassischen Toneigenschaften der Musik wie laut- und leise, hoch und tief, kurz und lang.
              Klassische Singspiele wie „Dornröschen“ finden bei den Kindern immer wieder Anklang und gehören genauso wie verschiedene andere Kreisspiele dazu.
              Natur und Lebenswelt
              Durch Regelmäßige Ausflüge in die Umgebung des Kindergartens erweitern die Kinder ihren Erfahrungsschatz, erwerben Weltwissen und entdecken ihren Forschergeist,
              Besuch der Feuerwehr, Naturbeobachtungen auf dem Außengelände, Waldtage, Wandern
              Fahrten, Ausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterstützen wir die Sensibilisierung gegenüber der unmittelbaren Natur und Lebenswelt der Kinder.

              Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz
              Kinder sind von sich aus aktiv und bestrebt, ihrer Welt einen Sinn zu geben und Antworten zu finden auf besondere Ereignisse die sie beschäftigen.
              Kinder stellen Fragen: Woher komme ich? Wozu bin ich da? Wo gehe ich hin? Das sind Fragen, die etwa beim Tod naher Angehöriger oder der Geburt eines Geschwisterkindes entstehen.
              Wir begleiten die Kinder bei diesen Erfahrungen. Manchmal reicht dafür ein offenes Ohr oder es wird ein entsprechendes Bilderbuch zu Hilfe genommen.
              Zudem bieten wir den Kindern wiederkehrende Rituale und Feste an, die den Alltag und den Jahreslauf strukturieren und beziehen dabei kulturelle Traditionen ein.

              7.3.6 Dokumentation und Beobachtung
              Dies ist die Grundlage unserer Arbeit.
              Um Selbstbildungsprozesse von Kindern angemessen begleiten und unterstützen zu können, beobachten wir die Kinder und dokumentieren ihre Lern- und Entwicklungsgeschichte.
              Durch Zuhören und Beobachten erfahren wir etwas über die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder und können sie dementsprechend unterstützen und fördern.

              Folgende Beobachtungs- und Dokumentationsinstrumente finden sich in unserem Kindergarten:
                Das Portfolio ist in erster Linie für das Kind gedacht, damit es selbstständig seinen Lernweg verfolgen und nachvollziehen kann.
                Es gehört dem Kind und wir helfen ihm dabei Material auszuwählen und darin zu sammeln. (z.B. Fotos, Arbeiten des Kindes, ...) Jedes Kind soll seine Identität entwickeln. Das Portfolio soll keiner Wertung seitens der Eltern, Erzieherinnen oder anderen Personen unterzogen werden, damit für das Kind kein Leistungsdruck entsteht.
                Die Kinder allein bestimmen, wer das Portfolio ansehen darf.
                Aufzeichnungen von jedem Kind sind wichtig und unterliegen dem Datenschutz. Die Dokumente sind Eigentum des Kindes.

                7.3.7 Planung
                Wir planen unsere Projekte und Aktivitäten nach:
                  Planung heißt keineswegs, dass wir uns auf einen „ Lehrplan“ festlegen, vielmehr bedeutet es eine Orientierungshilfe, die aus den Bedürfnissen, Interessen und Lebensbereichen der Kinder heraus entsteht.
                  Während der Umsetzung eines Projektes ist auch Raum für Spontaneität. So kann es geschehen, dass eine geplante Aktivität aus aktuellem Anlass zurückgestellt wird.

                  7.3.7. Alltagsintegrierte Sprachbildung und Sprachförderung
                  Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen und Erkenntnisse der Sprach- und Geisteswissenschaften ergibt sich für uns als Kindertagesstätte ein unmittelbarer Arbeitsauftrag.
                  Die Grundlage unserer alltagsintegrierten Sprachbildung und Sprachförderung bildet „Das Rahmenkonzept für integrierte Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich von Tageseinrichtungen für Kinder im Landkreis Northeim“.
                  Dabei unterscheiden wir die Sprachbildung von der konkreten Sprachförderung.
                  Innerhalb unserer Kindertagesstätte hat der sprachbildende Dialog, eine sprachbewusste und sprachanregende Gestaltung der Kommunikation eine zentrale Bedeutung. Dabei lassen wir uns von der Annahme „Bildung durch Bindung“ leiten. Hier beginnt die Kommunikation bereits mit den Blicken und der Körperhaltung der pädagogischen Fachkraft und mündet in der ganz konkreten Kommunikation mit dem einzelnen Kind oder der gesamten Gruppe. Dabei ist uns unser sprachförderndes Vorbild stets bewusst.
                  Die konkreten Maßnahmen und Umsetzungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Sprachbildung und Sprachförderung wurden unter der Rubrik „Bildungsbereiche“ dieser Konzeption beschrieben.
                  Unsere Weiterqualifizierung zu diesem Themenbereich decken wir durch das aktuelle Angebot „Der Anlaufstelle Sprachförderung“ ab. Hier nehmen wird Fortbildungs- und Beratungsangebote wahr. Diese Vorgehensweise trägt zu einer langfristigen und nachhaltigen Entwicklung und Qualifizierung im Rahmen der Sprachbildung und Sprachförderung innerhalb unserer Kindertagesstätte bei.

                  8) Erziehungspartnerschaft


                  Als Familienergänzende Einrichtung ist für uns eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Erziehungspartnern sehr wichtig. Sie ist die Grundlage für eine optimale Förderung und ein besseres Verständnis der Kinder.
                  Gelingt diese Zusammenarbeit in gegenseitiger Achtung, Offenheit und Toleranz, wirkt sich dies positiv auf die Entwicklung des Kindes aus.
                  Formen und Möglichkeiten unserer Zusammenarbeit mit den Erziehungspartnern:


                    Es ist uns wichtig, unsere Arbeit für die Erziehungspartner durchschaubar und transparent zu machen. Genauso sind wir offen für Fragen, Anregungen und konstruktive Kritik.
                    Die Entscheidung, in welcher Weise wir diese Anregungen umsetzen, hängt davon ab, wie sich diese mit unserer pädagogischen Zielsetzung vereinbaren lassen.
                    Bei größeren Entscheidungen bedarf es daher die Abstimmung mit dem Team, dem Träger und den Elternbeirat.
                    Seit März 2010 gibt es einen
                    Förderverein, mit der Zielsetzung die Kindertagesstätte ideell und finanziell zu unterstützen. Mit den zur Verfügung stehenden Geldern durch Mitgliedsbeiträge und Spenden wird selbst bestimmt umgegangen und sie werden gezielt für die Einrichtung eingesetzt.


                    9) Zusammenarbeit mit anderen Institutionen


                    Unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen arbeiten wir bei Bedarf zusammen mit:
                    Ergotherapeuten
                    Logopäden
                    Frühförderstellen
                    Kinder- und Jugendpsychologen
                    Erziehungsberatungsstellen
                    Jugendamt
                    Kinderschutzbund
                    Gesundheitsamt

                    10) Öffentlichkeitsarbeit

                    Es ist uns wichtig, unsere Arbeit einem größeren Umfeld näher zu bringen. Aus diesem Grund veranstalten wir verschiedene jahreszeitliche Feste, zu denen wir alle Interessierten einladen.
                    Besondere Aktivitäten werden in der Presse bekannt gegeben, oft beleitet von Fotos.
                    Wir beteiligen uns an Festen und Aktionen im Dorf und der näheren Umgebung.
                    Diese Konzeption wurde von allen pädagogischen Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte Spatzennest in Zusammenarbeit mit der Fachberaterin des Landkreises Northeim, Frau Donata Hojka, gemeinsam erstellt.

                    Wir danken Frau Hojka für ihre Begleitung, Unterstützung und den ein oder anderen guten Rat in diesem für uns alle spannenden Prozess der Konzeptentwicklung.

                    Düderode, März 2015